Das ABC der Formel 1

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Abrieb
nennt man die Abnutzung der Reifenlauffläche.
Abtrieb/Auftrieb
Ein Flügel (Spoiler, Wing) an einem Rennwagen funktioniert umgekehrt wie an einem Flugzeug: Am Flieger soll er die Maschine in die Höhe heben, den Rennwagen soll er auf die Piste drücken. Je steiler ein Flügel gestellt ist und je höher die Geschwindigkeit desto mehr Abtrieb entsteht . Auch die Form des Flügels ist entscheidend. Siehe unter anderen Unterboden, Diffusor, Downforce.
Aerodynamik
Die Lehre von der Bewegung der Luft.
Alternator
Siehe Lichtmaschine.
Airbox
Englisch für einen Sammler, der Luft zum Motor führt. Die Einlassöffnung prangt in der Regel über dem Helm des Fahrers.
Anti-Dive
Englisch für eine konstruktive Massnahme, um dem Eintauchen der Vorderachse beim Bremsen entgegenzuwirken.
Anti-Lift
Englisch für die Einstellung der Aufhängungsgeometrie, um dem Eintauchen der Hinterachse beim Beschleunigen entgegenzuwirken.
Apex
Siehe Scheitelpunkt.
Autoklav
Siehe Verbundstoffe.
Black-Box
Englisch für elektronisches Steuergerät. Siehe auch ECU.
CAD
Das Kürzel für «Computer Aided Design» bedeutet Computer-unterstütztes Design - der Konstrukteur arbeitet statt am Zeichenbrett vor dem Computer-Bildschirm.
CAM
Ergänzung von. CAD: CAM («Computer Aided Manufacturing») steht für die Computergesteuerte Fertigung von Einzelteilen. Der Mensch legt das rohe Werkstück ein, die Bearbeitung geschieht vollautomatisch.
Chassis
Französisch für Fahrgestell oder Fahrwerk.
Concorde-Agreement
Abkommen zwischen FIA und FOCA nach einem Streit zwischen dem Motorsportweltverband und den F1-Konstrukteuren. Der Streit führte anfangs der 80er Jahre zu einer Spaltung des GP-Sports. Die Regel, wonach für gewisse Änderungen alle Teams einstimmig dafür sein müssen, sorgte immer wieder zum Abschmettern frischer Ideen.
Data-Recording
Englisch für Datenaufzeichnung, siehe Telemetrie.
Deflector
Englisch für «Ablenker» seitliches, senkrecht angeordnetes Luftleitblech. Auch «Turning-Vane» genannt.
Design
Formgebung eines Fahrzeugs, die hauptsächlich von funktionellen Gesichtspunkten beeinflusst wird. In der Formel 1 gilt der Designer als Konstrukteur.
Differential
Ein Ausgleichsgetriebe, das zwischen die Antriebsräder geschaltet wird, um bei Kurvenfahrt Drehzahlunterschiede zwischen kurvenäusserem und kurveninnerem Rad auszugleichen. Das kurvenäussere Rad legt den grösseren Weg zurück, muss sich daher also schneller drehen.
Differentialsperre
Sie sorgt dafür, dass bei Geradeausfahrt oder beim Start beide Räder zu gleichen Teilen angetrieben werden und nicht eines durchdreht (wenn etwa ein Rad auf rutschigerer Bahn steht). Die Sperrwirkung bei Formel- 1 Wagen variiert zwischen 70 (enge Kurven) und 100 Prozent (Geraden).
Diffusor
Nach hinten hochgezogenes Leitwerk am Ende des Unterbodens, das wie ein Venturi-Rohr arbeitet (nach dem italienischen Physiker Giovanni Battista Venturi): Ein Rohr, das sich in Strömungsrichtung verengt und wieder erweitert. An der engsten Stelle des Rohrs erhöht sich aus strömungsphysikalischen Gründen die Geschwindigkeit der Luft, wobei ein Druckabfall eintritt. Je höher die Strörmungsgeschwindigkeit, desto stärker der Druckabfall. Die Bodenpartie im Heck eines Formel 1 ist nach diesem Prinzip gestaltet, um möglichst viel Unterdruck zu erzeugen.
Downforce
Englisch für Anpressdruck, siehe Abtrieb/Auftrieb.
Drehmoment
Entsteht im Motor aufgrund des Verbrennungsdrucks, der über Kolben und Pleuel auf die Kurbelwelle - einwirkt- Da dieser Druck am effektivsten ist, wenn der beste Füllungsgrad und die wirksamste Verbrennung vorliegen (also weder bei langsamem Motorlauf noch bei Höchstdrehzahl), liegt das maximale Drehmoment - Gradmesser für Durchzugskraft, Motorelastizität sowie Beschleunigungsvermögen eines Autos - immer deutlich unter der Drehzahl, bei der ein Motor die maximale Leistung abgibt.
Dreieckslenker
verdanken ihren Namen dem Umstand, dass sie in der Aufsicht dreieckig sind. Sie werden als Elemente der Radaufhängung quer (Dreiecksquerlenker) angebracht.
Driften
Kontrolliertes Rutschenlassen des Grand-Prix-Fahrzeugs über eine oder mehrere Achsen durch eine Kurve. Auf Strassen nicht zur Nachahmung empfehlen.
Drive-by-wire
Die Stellung des Gaspedals wird von einem Sensor gemessen, entsprechend werden am Motor die Drosselklappen geöffnet. Drive-by-wire ersetzt den klassischen Gaszug, eine Seilverbindung zwischen Pedal und Motor.
ECU
Abkürzung für «Electronic Control Unit» - ein elektronisches Steuergerät.
FIA
Fédération Internationale de l'Automobile - weltweiter Motorsport-Dachverband . mit Sitz in Paris und London. Präsident ist der Engländer Max Mosley.
Fliehkraft
Wirkt auf jeden Körper ein, der seine Bewegungsrichtung ändert. Sie drängt beim Kurvenfahren das Auto an die Kurvenaussenseite.
Flügel Siehe Abtrieb/Auftrieb.
FOCA
Formula One Constructor's Association - die 1971 gegründete Vereinigung der Konstrukteure. Chef ist Fl-Drahtzieher Bernie Ecclestone. Die FOCA entscheidet über Termine, Startfeld und - Preisgeld, Vermarktung, Fernsehrechte, Medienzulassungen und vieles mehr.
Flaggen
Jeder Sicherheitsposten entlang einer Strecke verfügt Über einen Satz folgender Farben: Weiss (langsam fahrendes Fahrzeug auf der Piste), Schwarz in Verbindung mit der Startnummer (sofortiger Stopp des bezeichneten Fahrzeugs), Grün (freie Fahrt), Rot (Rennabbruch), Blau (Konkurrent will überholen), Schwarz mit orangem Punkt in Verbindung mit der Startnummer (technisches Problem des bezeichneten Fahrzeugs, sofort zur Box fahren),Gelb (Gefahr, Überholverbot), Gelb mit roten Längsstreifen (Achtung rutschige Piste). Nur der Rennleiter dagegen verfügt über die schwarz-weiss karierte Flagge, mit der das Rennen beendet wird.
Flat-Spotting
Englisch für Bremsplatten, die durch blockierende Räder beim heftigen Anbremsen einer Kurve entstehen; können zu üblen Vibrationen fuhren.
Fly-by-wire
Englischer Begriff aus dem Flugzeugbau. Bezeichnete ursprünglich die elektronisch gesteuerte Bewegung verschiedener Ruder an den Tragflächen. Vergleiche Drive-by-wire.
G-force
Wert für die Erdbeschleunigung (Ig = 9,81 Meter pro Sekunde im Quadrat). Im Fachjargon wird damit die Querbeschleunigung eines Rennwagens in der Kurve bezeichnet. Querbeschleunigung ist jenes Mass an Beschleunigung, das die Fliehkraft einem kurvenfahrenden Auto zur Kurvenaussenseite hin erteilen würde, hielten es die Reifen nicht in seiner Bahn.
GPDA
Abkürzung für «Grand Prix Driver Association», die Vereinigung der F I - Fahrer. Die GPDA befasse sich vorwiegend mit Sicherheitsfragen im GP-Sport.
Grip
Englisch für Griff- Gemeint ist die Fähigkeit des Rennwagens, die Kraft des Motors auf den Boden zu bringen, sei dies über den Abtrieb durch die Flügel (aerodynamischer Grip), die optimale Anpassung des Fahrwerks oder die Haftkraft der Reifen (mechanischer Grip).
Ground-Effect
Gurney
Schmale Abrisskante eines Flügels, benannt nach dein amerikanischen Allround-Rennfahrer Dan Gurney.
Hairpin
Englisch für Haarnadel - sehr enge Kurve.
Halbautomatisches Getriebe
Eine Erfindung von Ferrari Cheftechniker John Barnard. Zwei Schmetterlingsflügel - artige Hebel befinden sich hinter dem Lenkrad, einer zum Hochschalten (rechte Wippe), der andere zum Runterschalten (linke Wippe). Die Hand kann während des Schaltens am Lenkrad bleiben. Die Gänge werden elektrohydraulisch eingelegt. Ausserdem verhindert die Elektronik, dass der Motor beim Schalten überdreht wird. Beim Runterschalten gibt die Elektronik einen gezielten Zwischengasstoss.
Handling
Honeycomb
Verbundstoff aus mehreren Schichten, aus der Luftfahrt stammend: Bestehend aus einer Struktur in Form von Bienenwaben aus dem Verbundstoff Nomex oder aus Aluminium, die wie in einem Sandwich zwischen Verbundstoffplatten (Kohlefaser, Kevlar) stecken, Der Kunststoff Nomex ist biegsamer und leichter, jedoch weniger fest als das Leichtmetall Aluminium.
Ideallinie
Linie, auf der eine Kurve oder eine Kurvenfolge am schnellsten durchfahren wird.
Kerb
Englisch für Bord oder Randstein; vor, in und nach den Kurven entlang einer Rennstrecke zu finden.
Laptop
Tragbarer, aufklappbarer Computer.
Lichtmaschine
Mittels Keilriemen von der Kurbelwelle angetrieben, liefert sie den zum Laden der Batterie und zur Versorgung der elektrischen Aggregate nötigen Strom.
Mischung
Begriff aus der Reifenherstellung: Eine Mischung weicheren Gummis heizt sich schnell auf, haftet besser auf der Piste, nützt sich aber gleichzeitig rascher ab. Eine Mischung härteren Gummis hält länger, ist auf eine Runde aber langsamer. Regenmischungen sind deutlich welcher als (siehe) Slicks.
Misfire
Englisch für Fehlzündung, was zu Motoraussetzern führt.
Monocoque
Französisch für einschalig. Fahrerzelle eines Formel-I-Rennwagens, aus Kohlefaser und anderen Verbundstoffen hergestellt.
Monoposto
Italienisch für Einsitzer. Bezeichnung für einen einsitzigen, offenen Rennwagen mit Beistehenden Rädern.
Muletto
Italienisch für «kleiner Esel», Im Rennjargon Begriff für das Ersatzfahrzeug oder für jenes Auto, mit dem die meiste Testarbeit verrichtet wird.
Pace-Car
Führungswagen, der sich bei Gelbphasen vor den Führenden setzt und das Startfeld in gemässigtem Tempo um die Piste führt, bis die Behinderung (Unfall, Regenguss usw.) vorbei ist.
Paddock
Englisch für Fahrerlager.
Pit-Stop
Englisch für Boxenhalt.
Pole-Position
Englisch für den Platz des Trainingsbesten.
Potentiometer
Elektrogerät, das eine mechanische Bewegung in elektrische Steuerimpulse umsetzt - wie zum Beispiel der Lautstärkeregler an Ihrer Stereoanlage.
Pull-Rod
Englisch für Aufhängungsanordnung mit Zugstreben.
Push-Rod
Englisch für Aufhängungsanordnung mit Schubstreben.
Qualifying
Das Abschlusstraining, in dem sich ein Fahrer für seinen Startplatz qualifiziert. Ab 1996 gibt es nur noch eines - nämlich am Samstagnachmittag.
Querbeschleunigung
Siehe G-force
Renningenieur
Entwickelt zusammen mit dem Fahrer die Abstimmung des Wagens.
Scheitelpunkt
Punkt, an dem die Ideallinie den inneren Kurvenradius berührt.
Schwerpunkt
Punkt eines starren Körpers, den man sich als Angriffspunkt aller auf den Körper einwirkenden äusseren Kräfte vorstellen kann. Unterstützt man einen Körper in seinem Schwerpunkt, so bleibt er in jeder beliebigen Lage im Gleichgewicht. Die Faustregel gilt: Je tiefer der Schwerpunkt, um so besser das Handling.
Set-Up
Englisch für die Einstellung von Federn, Dämpfern und Stabilisatoren auf eine bestimmte Strecke und die Fahrweise des Piloten.
Slick
Englisch für glatt oder glitschig, im Branchenjargon ein profilloser Rennreifen.
Slow-Puncture
Englisch für schleichenden Plattfuss - ein Reifen, aus dem (etwa aufgrund eines kleinen Schnittes) langsam die Luft entweicht.
Spoiler
Aus dem englischen «to spoil» (stören, verderben), im Rennwagen für Luftleitblech oder Flügel. Siehe Abtrieb/Auftrieb.
Stabilisater (Roll-Bar)
Vorrichtung zur Verringerung der Rollbewegung des Fahrwerks Über die Längsachse. Stabis sind Dreh- oder Torsionsstäbe, die rechte und linke Radaufhängung mit variabler Elastizität verbinden. Federn das rechte und das linke Rad im gleichen Masse ein, so leistet der Stabi keinen Widerstand. Federt jedoch ein Rad stärker ein als das andere (aufgrund einer einseitigen Bodenunebenheit) oder federt das eine Rad ein und das andere aus (etwa bei seitlicher Karosserieneigung in der Kurve), dann wird der Stabi in sich verdreht (Torsion). Er leistet auf der eingefederten Seite Widerstand und drückt dort die Karosserie nach oben (Verringerung der Kurvenneigung).
Superlizenz
Führerschein des Forinel-1-Piloten. Wird inzwischen nur noch aufgrund guter Ergebnisse in niedrigeren Rennkategorien erteilt.
T-Car
Englische Abkürzung von «Test-Car», siehe Muletto.
Teamchef
Besitzer des Teams.
Teammanager
Verantwortlich für den Einsatz des Renn- und Testteams, für die Reiseorganisation, die Logistik und das Personal.
Technischer Direktor
Höchste Position eines Ingenieurs im Rennstall. Gibt die technische Marschroute des Teams an.
Telemetrie
Elektronische Geräte zeichnen Drehzahl, Drücke, Temperaturen und viele andere Werte von Motor und Chassis auf (Data- Recording). In der Folge erlaubt die Telemetrie, diese Daten zur Box zu übertragen.
Torsionsfeder
Teil der Aufhängung- die Torsionsfeder verdreht sich bei Belastung elastisch um ihre Längsachse und kehrt anschliessend wieder in ihre ursprüngliche Lage zurück. Sie ist leicht und beansprucht trotz grosser Federwege wenig Raum. Kann die klassische Anordnung mit Schraubenfedern ersetzen. Ferrari arbeitet beispielsweise bei Schumachers neuem Wagen mit Torsionsifedern.
Traktion
Siehe Grip.
Turning-Vanes
Siehe Deflector.
Ubersteuern (Oversteering)
Tendenz des Wagens, beim Einlenken mit dem Heck auszubrechen.
Untersteuern (Understeering)
So bezeichnet man die Tendenz des Wagens, beim Einlenken über die Vorderachse aus der Kurve zu schieben.
V
Zylinderöffnungswinkel eines Acht-, Zehn- oder Zwölfzylindermotors, daher V8, VIO oder V 12. In der Regel beträgt der Zylinderöffnungswinkel eines F 1 -Triebwerks zwischen 67 und 75 Grad.
Ventilpneumatik
In allen Top- F1 -Motoren werden die herkömmlichen Stahl-Ventilfedem durch Luftpolster ersetzt die von einer Pressluftflasche unter Druck gesetzt werden.
Venturirohr
Siehe Diffusor.
Verbundstoffe
Materialien wie Kohlefaser, Kevlar, Nomex. (Glasfaser und Harz. die miteinander verklebt und anschliessend im Autoklav - einem Vakuum-Ofen - verbacken werden.
Warm-Up
Englisch für Aufwärmtraining am Sonntagmorgen vor einem Grand Prix.
Wheelspin
Englisch für die Tendenz der Hinterräder beim Beschleunigen durchzudrehen. Vom Fahrer höchst unerwünscht.
Wing
Englisch für Flügel. Siehe Abtrieb/Auftrieb.
Winglets
Englisch für kleine Zusatzflügel. Siehe Abtrieb/Auftrieb.
Danke an Rene Thorsch aus Berlin. Ohne Ihn wäre diese Seite nicht entstanden.