... und Herr, erlöse uns von diesem Übel
Warum ist die Formel 3000 die Nachwuchserie der Formel 1 ?
Richtig - Ein F3000-Champion lernt alles was er später in der Spitzenklasse braucht. Also, wie fahre ich einem Konkurrenten ein Rennen lang hinterher ohne ihn zu überholen. Unwichtiges wie - "Wie werde ich Champion ?" oder "Wie gewinne ich einen Grand Prix ?" wird nicht vermittelt. Die Glückssiege von Alesi und Panis vergessen wir mal brav.
Der Motorsport befindet sich eben im Wandel, weg vom simplen Rundendrehen hin zum Racing-Event. Der Konkurrenzkampf ist hart, da muß man sich auch als Veranstalter schon etwas spezielles einfallen lassen. Brasilien war erwartunsgemäß kaum zu toppen. Die ChampCar Serie versuchte es trotzdem. Mit Extremwetter - Schneefall im Oval von Nazareth, sehr malerisch ! Haben sie es gesehen ? Ach so, wie denn auch. Naja das Thema hatten wir ja schon. Imola wollte da nicht nachstehen, aber wo soll man in Italien soviel Schnee herbekommen. Also probierten sie es mit einem Medienstreik. Stellen sie sich das mal vor, eine komplette Formel 1 Übertragung ohne einen einzigen störenden Kommentar. Glückliches Italien ! Irgendwie aber ungerecht und das haben sie dann wohl auch schnell eingesehen. Deswegen gab es pünktlich zum Rennstart einen Stromausfall in Imola. Positiver Nebeneffekt für RTL-Seher - die Reporter vor Ort blieben stumm. Leider hielt dieser Zustand aber nur bis nach der ersten Werbung an.
Ja, ja Reporter - ein nettes Thema, oder ?! Österreich hat Heinz Prüller, die Briten können sich an Murray Walker ergötzen. Deutschland hatte Willy Knupp - viele hielten ihn für die fleischgewordene Höchststrafe. Bis Heiko Wasser kam. Allein war er selbst den RTL-Oberen zu heftig, deswegen gab es "The Wasser" nur im Doppelpack. Wenn die erste Kombination (Wasser/Maas) viele an (höflich formuliert) Laurel & Hardy erinnerte, mutiert die derzeitige Paarung (Wasser/Danner) immer stärker zu Pat & Pattachon. Beispiel gefällig ? Dann schaut euch gefälligst den Silverstone GP an - auf RTL. Sicher es geht auch anders - Eurosport machte es ja vor. Die Reporter des 500er Motorrad GP von Japan überschlugen sich in Superlativen für ihr Rennen. Kurz vor Ende des Rennen noch 6 Leute in der Spitzengruppe innerhalb einer Sekunde. Permanente Überholmanöver und Führungswechsel. Die Zuschauer müssen ja konfus werden. Zum Glück bewahrt uns Max Mosley & Co. in der Formel 1 vor solchen Verhältnissen.
Doch zurück zu den Reportern. Die Topleistung des Wochenendes war ohne jeden Zweifel die Eurosportreportage vom NASCAR-Rennen in Martinsville. Selten vorher habe ich ein solch fundierte, informative, ja geradezu liebevolle Moderation von einem Autorennen erlebt. Und das live ! Jeden dem das Glück hold war und der einmal ein Winston Cup Rennen hautnah erleben durfte hat dieser Bericht aus dem Herzen gesprochen.
GENAUSO HABE ICH NASCAR IN ERINNERUNG.
Ich ziehe meinen Hut vor den Herren Stefan Heinrich und Manfred Jantke.
Ich wünschen ihnen und uns Motorsportfans das sie noch oft genug Gelegenheit für solche Livereportagen erhalten.
Eigentlich erübrigt sich ja zu erwähnen, das die Premiere World Abonennten davon mal wieder nichts mitbekommen haben :-)
Euer Theo
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